Heilig Dreikönig
Schon seit dem 16. Jahrhundert besteht der Brauch des Sternsingens. Der Brauch in heutiger Form begann Ende des 18. Jahrhunderts. Bereits am Vorabend findet die Weihe des Drei-Königs-Wassers, des Weihrauchs und der Kreide in der Kirche statt. Auch zu Hause findet dann am Vorabend des Drei-Königs-Tages das „Ausräuchern“ statt. Zugleich wird das geweihte Wasser ausgesprengt. Mit der geweihten Kreide werden die Anfangsbuchstaben C+M+B zwischen die Jahreszahl an die Türe geschrieben. Sie stehen für den Segensspruch: Christus Mansionem Benedicat, was „Christus segne dieses Haus“ bedeutet. Das Beschriften geht zurück auf die vorchristliche zeit und sollte böse Geister bannen. Ein Spruch, der während es Ausräucherns neben den Gebeten in jedem Raum aufgesagt wird lautet: „Kaspar, Melchior, Balthasar, Behütet uns auch dieses Jahr, vor Feuer- und vor Wassersg’fahr!
 
Palmsonntag
Der Palmsonntag symbolisiert den Einzug Christi in Jerusalem. Da in unseren Breitengraden keine Palmzweige zur Verfügung stehen, wird die um die Zeit blühende, grosskatzige Sumpfweide (Palmkätzchen) ersatzweise zum „Palm“ erkoren. In Piding wird der Kätzchenstrauß um einen Haselnussstecken gebunden und mit „Buchs“, „wachs Laub“ und „Segen“, einer Zedernart, umwunden. Die Burschen tragen die Palmbesen nach der Weihe zu Verwandten und Bekannten, denn dann gibt es meist ein gutes Taschengeld. Zu Hause kommen die Palmbesen in den Herrgottswinkel, andere hinter Heiligenbilder. Der Großteil aber kommt auf den Dachboden, in den Stall oder auf das Feld zur Abwehr des Blitzes. An die Blitz abwehrende Kraft der geweihten Palmkätzchen glauben auch heute noch viele Leute.
 
Ostern
Für das Kirchenjahr ist das Osterdatum insofern von Bedeutung, als sich die beweglichen Feste (Pfingsten, Fronleichnam, Christi Himmelfahrt) danach richten. Nach dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, in der streng gefastet wurde und anstrengende Arbeit verboten war. Besonders der Karfreitag sollte still sein „wie ein Grab“. Alle Trauer der Kartage war aber vergessen, wenn in der Osternacht die Glocken die Auferstehung Christi verkündeten. Ein Osterbrauch, der sich bis heute erhalten hat, ist die Speisenweihe. In einem Korb werden gefärbte Eier, Osterschinken, Meerrettich, Salz, Brot und natürlich ein gebackenes Osterlamm zum Weihen in die Kirche getragen.
 
Wallfahrtsritte
An den Namenstagen der Tierschutzpatrone wie St. Leonhard, St. Michael und St. Georg finden in vielen Orten Wallfahrtsritte statt. Ebenso beteiligen sie die historischen Reitergruppen an Festumzügen von Trachtenvereinen mit Ihren festlich geschmückten Rössern. Jeden Ostermontag findet einer der größten Wallfahrtsritte im Südostbayerischen Raum, der Georgiritt Traunstein, statt. Der Ritt führt von der Innenstadt hinauf zum Ettendorfer Kircherl, wo alle Reiter gesegnet werden.
Feldkreuz
Feldkreuze sind ein Zeichen tiefer Religiosität. Es lädt Wanderer zum Einhalten und zur Besinnung ein. Hinter jedem Feldkreuz steht eine Geschichte. Sie wurden zur Ehre Gottes, aus Dankbarkeit glücklicher Heimkehr, der Bitte um Schutz vor Krankheit, Ungewitter oder Hagel errichtet.
 
Maibaumaufstellen
Der Mai, heißt auch Weidemonat, weil das Vieh aus dem Stall auf die Almen oder auf die Weide gebracht wird. Der Maibaum, der im südostbayerischen Raum in jedem Ort aufgestellt wird, stellte ursprünglich die Lebensrute dar, das Sinnbild allen Werdens und Fruchttragens. Als Maibaum wird in Piding eine hohe gerade Fichte ausgesucht, um dann festlich geschmückt neben dem Kirchturm über die Hausdächer hinauszuragen. Er wird meist von einem Spender gestiftet und von der Dorfgemeinschaft in Form eines Festes unter Begleitung der Musikkapelle Piding aufgestellt.
 
Böllerschießen
Ein seltener Brauch ist das Böllerschießen. Die Böllerschützen kündigen kirchliche und weltliche Feste wie Hochzeiten und Vereinsjubiläen an. Aber auch im Winter kann man schon von weitem das Krachen der Böller vernehmen. So wird z.B. am Heiligen Abend nachmittags und abends vor der Christmette geschossen. Außerdem wird am Silvesternachmittag das alte Jahr auf diese traditionelle Weise verabschiedet und das neue Jahr morgens mit einem Salut begrüßt.
 
Brauchtum mit Musik und Tanz
Typisch bayerische Musik können Sie ganzjährig bei uns genießen. Zum Beispiel jeden Sonntag 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr beim Altwirt in Piding. Ab Pfingsten verschönern wir Ihren Urlaub wöchentlich mit unseren urigen Heimatabenden im Biergarten oder auf der Alm mit traditionellen Trachtentänzen, Schuhplattlern, Goaßlschnalzern, Sängern und natürlich der Musikkapelle Piding 
 
Fronleichnam
Es dürfte sich bei dem Fronleichnamsfest um das prachtvollste Fest im bayerischen Brauchtumsjahr handeln, weshalb auch der Fronleichnam im Volksmund als „Prangertag“ (von Prangen – die Pracht zeigen) bezeichnet wird. Seit dem 14. Jahrhundert werden am Prozessionsweg vier Altäre aufgestellt, die unter einem bestimmten Thema stehen. Die Gläubigen beten dort um den Schutz Gottes über die Natur und die Früchte der Erde, um die Erhaltung der Arbeitsstätten und das Wohlergehen der Bevölkerung.
 
Maria Himmelfahrt mit Kräuterbuschenweihe
Der Tag „Mariä Himmelfahrt“ wird am 15. August gefeiert. Der Überlieferung nach sind an Marias Tod alle Apostel zur Beerdigung der Gottesmutter gekommen. Nur der ungläubige Thomas hatte sich um drei Tage verspätet. Als man seinetwegen das Grab nochmals öffnete, fand man es jedoch leer. Maria war zum Himmel an die Seite der Dreifaltigkeit aufgefahren. Stattdessen wuchsen Blumen und wohlriechende Kräuter darin. Deshalb wird Maria auch als Schutzheilige der Gärtner verehrt. Aus Tradition um das Brauchtum werden im Rahmen eines Festgottesdienstes Kräuterbuschen geweiht. Nach der Weihe, durch die alle Kräuter zusätzlich noch eine Heil- und Segenskraft erhalten, werden sie getrocknet und unterm Giebel oder Dach aufbewahrt, wo sie noch zusätzlich vor Blitz, Unwetter und Hagelschlag schützen.
 
Almabtrieb
Der Almabtrieb mit dem aufwendig geschmückten Vieh ist als Dank für den vergangenen Sommer gedacht. Wenn aber ein Tier auf der Alm zu Tode kam, so erfolgt der Abtrieb schmucklos in aller Stille. Der Schmuck des Almviehs zeigt auch heute noch eine Fülle christlicher Bilder und Zeichen zwischen Sträuchern, Zweigen und buntem Papier. Jesus und Maria in Bildern, Symbolen und Monogrammen, daneben die beliebtesten Vieh-Heiligen, allen voran natürlich Leonhard.
 
Erntedank
Jedes Jahr wird am ersten Sonntag im Oktober in festlichen Gottesdiensten das Erntedankfest gefeiert. Früchte aus Feld, Flur und Garten werden als Dank für die Ernte zum Altar gebracht. Dazu kommen noch Speisen wie Butter, Brot, Schinken und Wein, die nach der Messe geweiht werden. In vielen Kirchengemeinden ist es üblich, eine schöne Erntekrone (Bild) aus den verschiedenen Kornarten zu fertigen und in der Kirche zu präsentieren.
 
Aperschnalzen
Seid´s gschickt? Oane, zwoa, drei und dahi gehts! So geht der Befehl vom Aufdreher aus.Vom Stefanitag (2. Weihnachtsfeiertag) bis zum Faschingsdienstag ist Schnalzerzeit. Das Schnalzen soll den Winter mit seinen Wintergeistern austreiben. Während der Schnalzersaison finden Preisschnalzen statt. Die Preisrichter sitzen in einem Raum und bewerten die einzelnen Passen nach dem Gehör. Es wird die Lautstärke sowie die Gleichmäßigkeit des Schnalzens bewertet. Den Abschluss der Schnalzerzeit bildet das alljährliche große Rupertgaupreisschnalzen. Hier kommen ca. 150 Schnalzerpassen mit je 9 Personen aus dem Rupertigau zusammen, um sich im Wettkampf zu messen.
 
 

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